| Material und Vorteile:
"Tychem® C" ist ein speziell für Chemieschutzkleidung entwickeltes Material. Es wird hergestellt durch Beschichten des Polyethylen-Spinnvlies TYCEM mit einem Polymer. Das Polymer verschließt die Poren des TYCEM-Materials, so daß es Schutz gegen das Eindringen von Partikeln und die Penetration vieler, auch unter hohem Druck stehender Flüssigkeiten bietet. "Tychem® C" bietet hervorragenden Schutz gegen:
- Staub- und pulverförmige Gefahrstoffe
- Anorganische Säuren und Laugen
- Spritzer zahlreicher organischer Laugen
- Gegen Aerosole oder Sprühnebel von vielen Mischungen
"Tychem® C" ist ein flexibles, leichtes Material, das optimalen Tragekomfort bietet. Die beschichtete Außenseite mit Barrierewirkung ist gelb, die Innenseite weiß.
"Tychem® C"-Schutzanzüge erfüllen die Anforderungen der Europäischen Richtlinie für Chemieschutzkleidung vom Typ 3 (flüssigkeitsdicht), Typ 4 (sprühdicht), Typ 5 (partikeldicht) und Typ 6 (begrenzt spritzdicht) hinsichtlich Nahtfestigkeit und der Schutzfunktion des gesamten Anzuges.
Physikalische Eigenschaften von "Tychem® C":
| Eigenschaft |
Einheit |
Typischer Meßwert |
| Flächengewicht |
g/qm |
67 |
| Dicke |
mm |
135 |
| Berstfestigkeit
(Mullen) |
kPa |
255 |
| Weiterreißfestigkeit
MD
XD
|
N
N |
16
17 |
| Biegereißfestigkeit |
Zyklen |
150.000 |
| Abriebfestigkeit
(Martindale) |
Zyklen |
2.000 |
| Durchstoßwiderstand |
N |
21 |
| Wassersäule |
cm H2O |
> 300 |
| Oberflächenwiderstand
Beschichtete Seite
TYVEK-Seite
|
G W
G W |
> 10.000
4.0 |
| Oberflächenstabilität unter Hitzeeinwirkung
Schicht gegen Schicht
Schicht gegen Rückseite
Rückseite gegen Rückseite
|
- |
Leicht klebend
Leicht klebend
Nicht klebend
|
"Tychem® C" sollte nicht eingesetzt werden, wenn Schutz vor elektrostatischer Aufladung erforderlich ist. Darüber hinaus darf "Tychem® C" nicht in einer explosionsgefährdeten Umgebung oder in der Umgebung von Flammen, Funken oder Hitze eingesetzt werden.
Die Art der Entsorgung von "Tychem® C" ist ausschließlich von der Kontamination abhängig, die sich nach der Verwendung auf dem Schutzanzug befindet.
Permeationsmessungen:
Permeation ist der Prozeß, bei dem eine gefährliche Flüssigkeit ein Material auf molkularer Ebene passiert. Die Permeationsrate gibt die Substanzmenge (in mg) an, die innerhalb von einer Minute durch eine Oberfläche von 1 qcm durchdringt. Die Durchbruchszeit gibt die Zeit (in Minuten) an, die eine Substanz benötigt, um das Material zu durchdringen und dabei eine bestimmte Permeationsrate zu erreichen. Die Durchbruchszeiten wurden mit Hilfe der Testmethode EN 369 ermittelt, bei der die Zeit (in Minuten) bis zum Erreichen einer Permeationsrate von 1mg/qcm/min angegeben wird. Alle Tests wurden mit reinen Chemikalien bei Standardtemperatur und druck durchgeführt, sofern keine anderen Angaben gemacht werden.
|
Zeit (min.) bis zum Erreichen
der Permeationsrate
von 1 mg/qcm/min |
EN-Klasse |
| Anorganische Säuren und Laugen:
Salzsäure (37%)
Fluorwasserstoff (50%)
Salpetersäure (70%)
Phosphorsäure (85%)
Schwefelsäure (konz.)
Natriumhydroxid (konz.)
|
45
30
15
> 480
180
> 480 |
2
2
1
6
4
6 |
| Anorganische Salzlösungen (in Wasser gesättigt):
Quecksilberchlorid
Natriumcyanid
Kaliumchromat
|
> 480
> 480
> 480 |
6
6
6 |
| Andere Chemikalien:
Ameisensäure
Trichloressigsäure
Anilin
Ethylendiamin
o-Toluidin
Allylalkohol
Ethylenglycol
2-Methoxyethanol
Naphthalen
Wasserstoffperoxid
Quecksilber
|
16
> 480
> 480
185
16
16
> 480
190
13
> 480
> 480 |
1
6
6
4
1
1
6
4
1
6
6 |
Die neuen europäischen Normen für Chemieschutzkleidung definieren für die Typen 1, 2, 3 und 4 sechs Leistungsklassen für die Permeation:
| EN-Klasse |
Zeit (min.) bis zum Erreichen der Permeationsrate von
1 mm/qcm/min |
1
2
3
4
5
6 |
>= 10 min. < 30 min.
>= 30 min. < 60 min.
>= 60 min. < 120 min.
>= 120 min. < 240 min.
>= 240 min. < 480 min.
>= 480 min. |
Anwendungsbereiche:
"Tychem® C"-Schutzanzüge schützen Arbeiter vor gefährlichen Materialien, die bei einer Vielzahl von Aktivitäten eingesetzt werden:
| Bereich |
Situation |
| Chemiebranche |
Umgang mit pulverförmigen Gefahrstoffen, anorganischen Säuren und Laugen sowie bei Spritzgefahr durch zahlreiche organische Chemikalien. Reinigung von Behältern und Rohren mit Hochdruck-Wasser-Strahl. |
| Kerntechnik |
Schutz vor radioaktiven Partikeln. |
| Notfallteams |
Eingriffe in der Gegenwart von Blut und von durch Blut übertragbaren Viren wie Hepatitis und HIV. |
| Spritzlackieren |
Versprühen gefährlicher Lösungsmittel oder Farbmischungen. |
| Landwirtschaft, Forstwirtschaft |
Behandlung von Getreide und Pflanzen durch Versprühen von Agrarchemikalien unter Druck. |
Chemieschutzkleidung finden Sie im Sortiment "Persönliche Schutzausrüstung, Bekleidung".
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